Die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat einen aktualisierten Entwurf ihres Automotive Sector Net-Zero Standards veröffentlicht und eine zweite öffentliche Konsultation eröffnet.
Der neue Standard richtet sich an Automobilhersteller und Zulieferer und soll sie dabei unterstützen, wissenschaftsbasierte Klimaziele festzulegen, die mit einem Netto-Null-Pfad bis 2050 vereinbar sind. Der Fokus liegt dabei klar auf den Nutzungs-emissionen der verkauften Fahrzeuge, die rund 70–80 % des CO₂-Fußabdrucks eines Automobilherstellers ausmachen. Insgesamt ist der Straßenverkehr für über 20 % der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Wichtige Neuerungen im Überblick:
- Stärkere Ausrichtung auf Scope-3-Emissionen (Kategorie 11 – Nutzungsphase) statt aggregierter Emissionsziele, in Anlehnung an den Entwurf des Corporate Net-Zero Standard Version 2
- Neudefinition von Low-Emission Vehicles als Zero-Emission Vehicles (ZEVs)
- Wahlmöglichkeit zwischen Zielen auf Basis von Scope-3-Emissionen oder ZEV-Absatzanteilen
- Verlängerung des Konvergenzdatums von 2035 auf 2050, um technologische und regionale Unterschiede besser abzubilden
- Möglichkeit global aggregierter Ziele für Light-Duty Vehicles zur Vereinfachung der Umsetzung
Nach der Finalisierung wird der neue Standard die bisherige Land Transport Guidance der SBTi ablösen und erstmals sektorspezifische, präzisere Kriterien für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer liefern.
Die Konsultation läuft bis zum 22. März 2026.
SBTi lädt alle relevanten Stakeholder ein, Feedback einzubringen und so einen praxistauglichen und robusten Standard mitzugestalten.
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